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Erinnerungen an die Okkupation in Griechenland

Schülerwettbewerb "Challenge History - Remember Hellas"

 Anmeldung verlängert bis zum 12.12.2021

***Haben Sie Fragen zum Wettbewerb? Wir bieten diesbezüglich jeden Donnerstag von 16:00 bis 17:00 eine Online-Sprechstunde über WebEx an. Treten Sie einfach über folgenden Link ein: https://fu-berlin.webex.com/fu-berlin-en/j.php?MTID=m259e1a159f57de37d040f02aeacdfb4b***

Griechenland, berühmt für seine antike Kultur, warmherzige Gastfreundschaft und zahlreichen Naturschönheiten, ist eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Doch nur die wenigsten deutschen Besucher wissen um die gemeinsame jüngere Geschichte beider Länder, die im Zweiten Weltkrieg tiefe Wunden hinterlassen hat. Der deutsche Angriffskrieg vor 80 Jahren und die sich daran anschließende blutige dreieinhalbjährige Besatzung hat tausende von Menschenleben gekostet. Die große Hungersnot im Winter 1941/42, die Vernichtung der jüdischen Gemeinden Griechenlands, die Zerstörung von nahezu 800 Ortschaften und die zahllosen Verbrechen an der griechischen Zivilbevölkerung haben sich tief ins kollektive Gedächtnis des Landes eingebrannt.

Womit verbindet man die Orte Distomo, Kalavryta und Kommeno? Wie hat die deutsche Besatzung jüdisches Leben in Griechenland verändert? Welche Formen des Widerstands ergriff die griechische Bevölkerung? Und warum gehen uns all diese Fragen auch heute, 80 Jahre danach, immer noch etwas an?

Schülerinnen und Schüler im deutschsprachigen Raum sind eingeladen, sich auf eine Spurensuche in ein weitgehend unbekanntes Kapitel der deutschen Geschichte zu begeben, die in den Geschichtsbüchern hierzulande kaum Beachtung findet.

Der Wettbewerb „Challenge History – Remember Hellas“ findet im Rahmen des Projekts „Erinnerungen an die Okkupation in Griechenland“ an der Freien Universität Berlin und unter der Schirmherrschaft der Botschaft der Hellenischen Republik in Berlin statt und möchte das Bewusstsein der Jugend für die deutsch-griechische Geschichte stärken sowie Demokratieverständnis und Toleranz aus einer gesamteuropäischen Perspektive fördern. 

An wen ist der Wettbewerb gerichtet?

Der Wettbewerb richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler jeden Schultyps der Jahrgangsstufen 9-13 und deren Lehrkräfte im deutschsprachigen Raum.

Was sind die Ziele des Wettbewerbs?

  • Auseinandersetzung mit der deutschen Okkupation in Griechenland während des Zweiten Weltkriegs (1941-1944)
  • Aufarbeitung der gemeinsamen Vergangenheit als wichtiger Teil einer gemeinsamen Erinnerungskultur
  • Engagement von Schülerinnen und Schülern (SuS) für Verständnis, Toleranz und Solidarität
  • Förderung des Bewusstseins für die Bewältigung der traumatischen Erfahrungen der deutschen Okkupation in Griechenland
  • Sensibilisierung von SuS für gesellschaftliche und staatliche Unrechtsstrukturen, Diskriminierung und Ausgrenzung damals und heute
  • Auseinandersetzung von SuS mit den Zusammenhängen von Geschichte und Gegenwart im Hinblick auf die Beziehungen beider Länder

Welche Themen und Inhalte sollten die Beiträge berücksichtigen?

  • Folgende historische und gesellschaftspolitisch relevante Themen stehen zur Auswahl: Hungersnot, Kriegsverbrechen, Widerstand, Judenverfolgung im okkupierten Griechenland, Besatzungsalltag als auch aktuelle Formen von Diskriminierung, Ausgrenzung, Flucht, Kinder- und Frauenrechte, Widerstand usw. Die thematische Auseinandersetzung sollte im Projektergebnis deutlich sichtbar werden.
  • Die Auseinandersetzung sollte einen Gegenwartsbezug aufweisen: Was bedeutet Aufarbeitung der Geschichte und Erinnern für Jugendliche heute? Welche neuen Wege oder Ausdrucksformen in der Erinnerungskultur wollen Jugendliche gehen? Welche Erkenntnisse gewinnen Jugendliche aus der Beschäftigung mit der Vergangenheit und wie schärft das ihren Blick für den Umgang mit aktuellen Problemen? Welche gemeinsame Zukunft wollen Jugendliche gestalten?
  • Das Zeitzeugenarchiv und die Bildungsplattform „Erinnerungen an die Okkupation in Griechenland“ sollten als zentrale Quellen einbezogen und genutzt werden. Weitere geeignete Quellen können ebenfalls herangezogen werden.

Anregungen für Projektergebnisse und Präsentationsformen

  • Digital: E-Book, Erklärvideo/Kurzvideo, Pinnwand, Storytelling, Comics, Zeitleiste, Hörgeschichte, Podcast/Feature
  • Künstlerisch: Gedichte, Songs, Tanzchoreographie, Fotocollagen, Graffitis, Skulpturen, Rollenspiele, Szenische Lesungen
  • Forschend: Konzeptentwurf für eine Gedenkstätte, Kreative Schreibaufträge (fiktive Tagebucheinträge, Zeitungsartikel, Briefe), Organisation einer kleinen Ausstellung mit Bildern und Hintergrundinformationen, Fragenpool für ein fiktives Interview, Blogeintrag

Themenschwerpunkte sowie Präsentationsformate dürfen frei gewählt werden.

Die Projekte sollten so ausgewählt werden, dass sie in der angestrebten Laufzeit des Wettbewerbs gut realisierbar sind

Eckdaten/Zeitplan

  • Hier können Sie sich bis einschließlich 12. Dezember 2021 zur Wettbewerbsteilnahme anmelden. Die Größe der Projektgruppe kann von den Verantwortlichen frei bestimmt werden.
  • Die verantwortlichen Lehrkräfte aller teilnehmenden Projektgruppen werden im Anschluss an die Weihnachtsferien (Anfang Januar 2022) zu einem vorbereitenden Online-Begleitseminar eingeladen. Dabei besteht auch die Möglichkeit, die Projektskizzen vorzustellen und ggf. weiterzuentwickeln.
  • Die von einer Jury ausgewählten (bis zu 3) Gewinnerprojekte werden voraussichtlich im September 2022 im Rahmen einer Preisverleihung durch die Griechische Botschaft in Berlin ausgezeichnet.

 

Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnahme und sind gespannt auf die kreativen Beiträge.

Hilfe/FAQ

Die projektverantwortliche Lehrperson kann das Projekt bis zum 12.12.2021 hier anmelden.

Die Eckdaten für den Wettbewerb sind folgende:

12.12.2021 (verlängert) Anmeldefrist --> Anfang Januar 2021 Begleitendes Seminar --> 28.05.2022 Einreichung der Ergebnisse --> September 2022 Preisverleihung

Am Wettbewerb dürfen alle Schülerinnen und Schüler jeden Schultyps der Jahrgangsstufen 9-13 und deren Lehrkräfte im deutschsprachigen Raum teilnehmen. Ein gesonderter Wettbewerb für griechische (Auslands-)Schulen ist für 2022 in Planung. 

Das Begleitseminar Anfang Januar 2022 richtet sich an die projektverantwortlichen Lehrkräfte und bietet Ideen zur möglichen Nutzung der Bildungsplattform an. Allgemeine Fragen zum Ablauf des Wettbewerbs und Umsetzung der einzelnen Projekte können dort besprochen werden.

Es ist keine konkrete Vorbereitung auf das Begleitseminar notwendig. Es soll dazu dienen, Beispiele zur möglichen Nutzung der Bildungsplattform vorzustellen. Für die Teilnahme am Seminar ist weder eine Projektskizze noch eine konkrete Vorstellung des Projekts erforderlich. Die Teilnahme ist optional.

Die Ergebnisse müssen bis zum 28.05.2022 digital eingereicht werden.

Ja. Das beste bzw. die besten Projekte werden in einer Preisverleihung im September 2022 von der griechischen Botschaft ausgezeichnet. Der konkrete Preis wird noch vor Ablauf der Anmeldefrist zum Wettbewerb angekündigt.

Ideen bezüglich des Präsentationsformats bzw. Themen- und Fragestellungen finden Sie unter folgenden Adressen:

Bundeszentrale für politische Bildung: https://www.bpb.de/lernen/projekte/schuelerwettbewerb/231269/praesentationsformen

Das Projekt „DSA-erinnert“:

Beispiele und Anregungen aus der MOG-Bildungsplattform:

Beispiel 1 - zur Lehreinheit „Kindheit“: Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg. Neben den direkten Folgen, den Verletzungen durch Waffengewalt, sind die Menschen auch anderen Bedrohungen ausgesetzt, die durch den Krieg verursacht werden: Hunger, Krankheit oder Obdachlosigkeit.

UNICEF hat Kinderstimmen aus dem Jemen gesammelt: “Vom Leben im Kriegsgebiet und der Sehnsucht nach Frieden”. Sieh dir mehrere Videos an und bearbeite die Aufgaben im Arbeitsfenster. Erarbeite wesentliche Informationen aus dem Infotext zur aktuellen Situation im Jemen.

Beispiel 2 - zur Lehreinheit „Kriegsverbrechen“: Simulationsspiel

Stellt euch folgendes Szenario vor: Deutschland im Herbst / Winter 1945. Der Krieg ist endlich ganz vorbei, die deutsche Armee ist besiegt, die bedingungslose Kapitulation unterzeichnet. Die Potsdamer Konferenz trifft weitreichende politische und wirtschaftliche Entscheidungen für Deutschland. Ihre Hauptziele sind Denazifizierung und Demokratisierung.

Die vom Krieg besonders betroffenen Länder erheben Forderungen nach Gerechtigkeit. Im Januar 1946 findet in Paris eine Reparationskonferenz statt. Als Vertreter/-in eures Landes seid ihr Teilnehmer/-innen an dieser Konferenz. Was fordert ihr für euer Land?

Bereitet eure Rolle gemäß einem Vorschlag vor, den ihr auf der internationalen Konferenz in Paris einbringt und mit guten Argumenten belegen könnt. Im Materialpool findet ihr die Rollenkarten und Hintergrundinformationen zu euren Ländern!

 

Beispiel 3 – zur Lehreinheit „Konzentrationslager“: Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin Schöneweide machte mit der Kampagne „Enthielt Spuren von Zwangsarbeit“ auf die Thematik aufmerksam. Man verbreitete Postkarten und Plakate mit Alltagsgegenständen und erklärte, warum diese „Spuren von Zwangsarbeit“ enthielten.

Informiere dich über diese Alltagsgegenstände auf der Kampagnenseite.

Erstelle ein eigenes kreatives Plakat, das über die „Spuren von Zwangsarbeit“ aufklärt, die in diesen Gegenständen enthalten waren.

 

Beispiel 4 – zur Lehreinheit „Shoah“

Das Tagebuch der Rosina Asher-Pardo: Rosina war gerade einmal acht Jahre alt, als die deutschen Besatzer Thessaloniki besetzten. Auch Rosina musste nun den gelben Judenstern tragen, der sie von anderen Kindern unterscheiden sollte. Ihre beste Freundin Maria durfte sie nicht mehr sehen. Im Versteck bei einer befreundeten Familie begann Rosina Tagebuch zu schreiben. Zur selben Zeit verfasste Anne Frank im fernen Holland ebenfalls ein Tagebuch.

Gestaltung einer digitalen Bildergeschichte (Comics): Entscheide dich für jeweils zwei Tagebucheinträge Anne Franks und Rosina Asher-Pardo und verknüpfe die Schilderungen beider Mädchen in einer Bildergeschichte (Comics).

Gesucht werden kreative Ansätze, anlehnend an das MOG-Konzept. Das MOG-Projekt (MOG-Archiv und MOG-Plattform) soll als Quelle und Anregung dienen, mit der zu einer bestimmten Thematik gearbeitet wird. Anschließend ist es jeder Gruppe frei überlassen in welcher Form (und in welchem Format) sie an dieser Thematik weiterarbeiten will. Das Ergebnis sollte einen Gegenwartsbezug schaffen. Ziel des Wettbewerbs ist es schließlich durch die Aufarbeitung der Geschichte eine Erinnerungskultur zu schaffen, die zukunftsweisend ist. Die Teilnehmenden sollen dabei selbst bestimmen, wie diese aussehen soll.

Ein zeitlicher Umfang von 10 Projektsitzungen kann zu interessanten Ergebnissen führen. Dies ist allerdings keine Vorgabe. Der zeitliche Aufwand ist abhängig vom Thema und vom Projektformat.

Ja. Außerschulische Partnerorganisationen können das Projekt unterstützen. Die Absprache verläuft über die projektverantwortliche Person. Im Falle, dass eine zweite Schule als Partner hinzugezogen werden möchte, kontaktieren Sie uns bitte unter info@occupation-memories.org.

Eine Jury aus Wissenschaft, Bildung und Politik wird gemeinsam über den/die Gewinner entscheiden.

Während der Bewerbungsphase wird es beratende Unterstützung geben. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an info@occupation-memories.org.