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Erinnerungen an die Okkupation in Griechenland

Projektbeschreibung

Effi Papatheodorou, Tochter eines Widerstandskämpfers und heute eine der bekanntesten Schauspielerinnen Griechenlands

Effi Papatheodorou, Tochter eines Widerstandskämpfers und heute eine der bekanntesten Schauspielerinnen Griechenlands

Das Projekt „Erinnerungen an die Okkupation in Griechenland“ bewahrt die Erinnerung griechischer Zeitzeuginnen und Zeitzeugen der deutschen Besatzung Griechenlands während des Nationalsozialismus. Ihre Berichte wurden auf Video aufgezeichnet, wissenschaftlich erschlossen und in einem Online-Archiv bereitge­stellt.

Hierfür wurden insgesamt 91 lebensgeschichtliche Video-Interviews mit griechi­schen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen geführt. Interviewt wurden in landesweiter Streuung Personen mit unterschiedlichen Erfahrungshintergründen: Widerstandskämpferinnen und -kämpfer, Opfer der Massaker, Überlebende von Bombenangriffen, versteckte Juden, Sho­ah-Überlebende, Personen, die bei Razzien in Athen und anderen Orten verhaf­tet und nach Deutschland deportiert wurden, etc.

Die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen wurden gebeten, ihre Lebensgeschichte zu er­zählen und erhielten somit Gelegenheit, auch über relevante allgemeine Aspekte der Nachkriegsgeschichte zu berichten. Die Interviews bieten ihnen die Möglich­keit, ihre individuellen Erinnerungen zu bewahren. Die Zeugen und Zeuginnen berichten über die Massaker, insbesondere in Kalavryta, in Distomo und auf Kreta, über die Deportation in Konzentrationslager sowie über das Leben im Versteck oder den Widerstand gegen die Deutschen. Die Interviewten sprechen aber auch über das Alltagsleben während der Zeit der Okkupation, über ihre Familien und über die Jahre von 1945 bis heute.

In einem Interview-Archiv werden die Erinnerungsberichte online bereitgestellt . Die Interviews wurden transkribiert und ins Deutsche übersetzt sowie inhaltlich erschlossen und historisch kontextualisiert. So wurde für jedes Interview ein Interviewprotokoll und ein Inhaltsverzeichnis erstellt und Schlagworte und historische Anmerkungen vergeben. Das Archiv bietet differenzierte Suchfunktionen die es den Nutzerinnen und Nutzern ermöglichen einzelne Passagen in den Interviews direkt zu finden und anzuwählen. 

Die Projektergebnisse werden für die Forschung aber auch für die interessierte Öffentlichkeit bereitgestellt:

  • Für die Forschung sind die Erinnerungsberichte eine wertvolle historische Quelle, die hilft, Forschungslücken zu schließen.
  • Für die griechische Gesellschaft sind die Interviews ein unverzichtbares Element der Erinnerungskultur.
  • In Deutschland, wo über die Okkupation Griechenlands leider wenig bekannt ist, helfen sie, ein Bewusstsein für die begangenen Kriegsverbre­chen auf griechischem Boden zu schaffen.

Das Gesamtprojekt „Erinnerungen an die Okkupation in Griechenland“ ist am Center für Digitale Systeme (CeDiS) der Freien Universität Berlin angesiedelt und wird in Kooperation mit der Nationalen Kapodistrias-Universität Athen umge­setzt. Die Projektleitung obliegt Prof. Dr. Apostolopoulos (Freie Universität Berlin, CeDiS), die wissenschaftliche Projektleitung in Griechenland wird von Herrn Prof. Dr. Hagen Fleischer (Universität Athen) wahrgenommen. Die Pro­jektmitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sind ausgewählte Forscherinnen und Forscher griechischer und deutscher Universitäten.

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland aus Mitteln des Deutsch-Griechischen Zukunftsfonds, die Stavros Niarchos Foundation, die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft sowie die Freie Universität Berlin finanzieren das Vorhaben.

Fragen beantworten wir Ihnen gerne unter info@occupation-memories.org.